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Susan Sontag in der zerstörten Nationalbibliothek von Sarajevo (Fotografie: Annie Leibowitz)

Susan Sontag in Sarajevo

Susan Sontag in der zerstörten Nationalbibliothek von Sarajevo (Fotografie: Annie Leibowitz)

Projekt Cassandra

Der Name „Cassandra“ löst noch heute ungute Gefühle aus: Sie wird als Schwarzseherin und Unglücksbotin, die das Verhängnis heraufbeschwört, wahrgenommen. Und in der Tat ist die mythologische Figur der Cassandra, die den Untergang Trojas voraussah, ihre Landsleute aber vergeblich warnte, kein strahlendes Vorbild. Wer will sich schon mit einer Figur identifizieren, der keiner Glauben schenkte und die stets im Abseits stand. Wenn wir sie dennoch bewusst als Leitfigur gewählt haben, hat dies mehrere Gründe:

1

Weil Cassandra keine Schwarzseherin ist, sondern eine, die genau hinschaut und den Mut hat, auch unangenehme Wahrheiten zu verkünden.

2

Weil ihr Name stellvertretend für viele SchriftstellerInnen, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen steht, die im Vorfeld drohender Krisen Warnungen aussprechen, die oft nicht oder zu spät gehört werden.

3

Weil wir dazu beitragen wollen, die Mischung aus Angst, Opportunismus und falsch verstandener Höflichkeit zu bekämpfen, die die Gesellschaft häufig daran hindert, schnell aktiv zu werden.

4

Weil wir das prognostische Potenzial, das in der Literatur steckt, aktivieren möchten. Wir sollten uns nicht nur auf die Prognosen von Algorithmen verlassen, sondern auch das kollektive „Bauchgefühl“ als Einflussgröße ernst nehmen, für das Literatur eine artikulatorische Instanz sein kann.

Krisenfrüherkennung durch Literaturauswertung

Das Projektteam analysiert zusammen mit dem Weltethos-Institut Tübingen Literaturen krisengefährdeter Regionen. Ziel ist das frühzeitige Erkennen von Gewaltpotenzialen und deren wahrscheinlicher Dynamik. Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) unterstützt das Projekt.

> Weitere Informationen zum Projekt

Cassandra Weltkarte

Untersuchungsregionen 2017/2018, weitere Analysen in Bearbeitung.

> Zu den Regionen

Cassandra

© 2018 Studienprojekt Cassandra — Krisenfrüherkennung durch Literaturauswertung
Weltethos-Institut, Hintere Grabenstraße 26, 72020 Tübingen, Deutschland
Telefon +49 70 71 5 49 40 30, info@projekt-cassandra.net

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