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Susan Sontag in der zerstörten Nationalbibliothek von Sarajevo (Fotografie: Annie Leibowitz)

Susan Sontag in Sarajevo

Susan Sontag in der zerstörten Nationalbibliothek von Sarajevo (Fotografie: Annie Leibowitz)

PROJEKT CASSANDRA

Krisenfrüherkennung durch Literaturauswertung

Das Projektteam analysiert Literaturen krisengefährdeter Regionen. Ziel ist das Erkennen und Aufzeigen von Schlüsselthemen und Rezeptionsprozessen und damit das frühzeitige Erfassen von Krisen- und Gewaltpotenzialen und deren wahrscheinlicher Dynamik.

Innerstaatliche Konflikte sind komplexe Phänomene, die in der Regel mit grundlegenden Legitimations-, Identitäts- und Wertekrisen einhergehen und sich entlang emotionaler Dynamiken entwickeln. Erste Fallstudien des Projekts zum Kosovo-Serbien-Konflikt (1998/99), Nigeria und Algerien haben gezeigt, dass Literaturbeobachtung und -auswertung frühzeitig aufzeigen kann, wo und wie sich Wahrnehmungs- und Deutungsmuster verschieben und wo und wie fiktionale Texte Einfluss nehmen auf die Interpretationsrahmen von Gruppen und Gesellschaften – oft schon Jahre bevor sich diese in konkreten Handlungen sichtbar manifestieren. Die Kenntnis bestehender/sich entwickelnder Fiktionen und Narrative ermöglicht ein differenziertes Verständnis sowohl der Konfliktursachen als auch des mentalen und emotionalen Kontextes, was eine frühzeitige Erkennung latenter Konflikte und gewaltvorbreitender Narrative ermöglicht. Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) unterstützt das Projekt.

> Weitere Informationen zum Projekt

Cassandra Weltkarte

Untersuchungsregionen 2018/2019, weitere Analysen in Bearbeitung.

> Zu den Regionen

Aktuelles

Goethe-Institut, Paris
MAGHREB:
PEM - Erste offizielle Jahreskonferenz in Madrid

17. DEZEMBER 2019, Madrid

Am 17. Dezember 2019 fand das erste offizielle Treffen des Parlement des écrivains de la Méditerranée im Casa Árabe in Madrid statt. SchriftstellerInnen, AutorInnen und JournalistInnen aus dem Libanon, Ägypten, Algerien, Frankreich und Spanien kamen zusammen, um in Vorträgen und Diskussionen das erste Konzept eines Zusammenschlusses nordafrikanischer AutorInnen als „Frühwarnsystem“ zu entwerfen. Im Zentrum der Gespräche stand dabei die Literatur als Instrument der Vermittlung, das Potenzial von Literatur und narrativem Framing für die Krisenfrüherkennung und die Krisenprävention und die Bedeutung der Literatur für die Stabilisierung und die Stärkung der Resilienz dieser Region.

> WEITERE Informatioen

Aleida Assmann
ALGERIEN: Krisenfrüherkennung durch Literaturauswertung

15. MAI 2019, PARIS

Boualem Sansal, Yahia Belaskri und Jürgen Wertheimer diskutierten mit Bouziane Ahmed-Khodja, Anouar Benmalek, Alexis Jenni, Mohamed Kacimi, Sabrina Kassa, Amira-Géhanne Khalfallah, Adlène Meddi, Alice Schwarzer und Wassyla Tamzali vor dem Hintergrund der Wahlkrise im Jahr 2019 und den anhaltenden Protesten über Literatur als Reflexionsmedium und „Simulationsraum“ der Hirak-Bewegung, den Paradigmenwechsel im nationalen Diskurs und literarische Zukunftsmodelle in Algerien.

> WEitere Informationen und Video

Aleida Assmann
INTERVIEW: Aleida Assmann über Literatur als Prognose Instrument

8. APRIL 2019

Aleida Assmanns Arbeiten zum kulturellen Gedächtnis haben die Bedeutung und Funktion des Erinnerns für den Prozess der Nationenbildung, aber auch für die Reaktivierung von Krisen und Konflikten aufgezeigt. 2018 wurden Aleida und Jan Assmann mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt. Mit dem Cassandra-Projekt spricht die Literaturwissenschaftlerin über Literatur als Speichermedium kollektiver Emotionen und den praktischen Nutzen von Literatur für die Stabilisierung von Friedensprozessen.

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Cassandra

© 2018 Studienprojekt Cassandra — Krisenfrüherkennung durch Literaturauswertung
Weltethos-Institut, Hintere Grabenstraße 26, 72020 Tübingen, Deutschland
Telefon +49 70 71 5 49 40 30, info@projekt-cassandra.net

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