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Literaturanalyse und -auswertung in Westafrika und im Kosovo-Serbien-Konflikt

Cassandra Weltkarte

Untersuchungsregionen 2017/2018, weitere Analysen in Bearbeitung.

Kosovo/Serbien

Die jüngere Geschichte des Kosovo ist durch den Kosovokrieg (1999) und die Unabhängigkeitserklärung (2008) geprägt. Der Konflikt zwischen Serbien/der serbischen Minderheit im Kosovo und den Kosovo-Albanern ist nach wie vor präsent und so kommt es immer wieder zu gefährlichen Spannungen zwischen Belgrad und Pristina, die die Region und die Entwicklung beider Staaten belasten. Innerhalb der kosovarischen Gesellschaft werden weitere Bruchlinien sichtbar: Hochausgebildete junge Kosovaren streben nach Europa, gleichzeitig ziehen hunderte junge Männer nach Syrien, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Die heroischen Narrative der Generation, die den Kosovokrieg und die staatliche Unabhängigkeit selbst erkämpfte, stellt die nachwachsende Generation vor Identitäts- und Wertefragen. Die Literatur spielte im Kosovo bereits in den 1970er und 1980er Jahren eine bedeutende Rolle bei der Herausbildung eines neuen Selbstverständnisses, ohne welches Krieg und Unabhängigkeit gar nicht denkbar gewesen wären. Um die weitere Entwicklung des Landes besser einschätzen zu können, lohnt es sich auch heute wieder genau hinzuhören, was die kosovarische Literatur zu erzählen hat.

Nord- und Südnigeria

Seit der Demokratisierung Nigerias 1999 nehmen sowohl die Islamisierungstendenzen im Norden, als auch die Sezessionsbestrebungen im Süden des Landes zu. Westliche Medien berichten seit 2009 von Gewalt-Eskalationen der Terrororganisation Boko Haram, die mit dem Ziel, in Nigeria einen islamischen Staat zu errichten, Anschläge und Massenentführungen verübt. Im Südosten Nigerias spaltet die Idee vom eigenen Staat „Biafra“ die Bevölkerung und führt dort zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Separatisten und Sicherheitskräften. Beide Konflikte, der Scharia-Konflikt im Norden sowie der Biafra-Konflikt im Südosten, haben sich in einer langen Latenzphase unter anderem im Zuge sprachlicher und literarischer Auseinandersetzungen entwickelt. Zu den bekanntesten nigerianischen Autoren gehören Wole Soyinka, der 1986 als erster Vertreter der afrikanischen Literatur den Nobelpreis für Literatur entgegennahm, und Chinua Achebe, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. 

Cassandra

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